Helmholtzschule
H. v. Helmholtz

HERMANN VON HELMHOLTZ (1821-1894)

Als am 8. September 1894 H. v. Helmholtz in Berlin starb, galt er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Gelehrten seiner Zeit. Der am 3l. August 1821 in Potsdam als Sohn eines Gymnasiallehrers geborene Helmholtz studierte in Berlin Medizin, war dann im Militärdienst und an der Berliner Kunstakademie tätig. 1849 wurde er Professor für Physiologie und Pathologie in Königsberg. In Königsberg erfand Helmholtz 1850 den Augenspiegel, der es ermöglichte, “unblutig” in das Innere des Auges zu sehen und der eine neue Epoche der Augenheilkunde eröffnete. Ab 1855 war Helmholtz Professor in Bonn, ab 1858 in Heidelberg, 1871 ging er als Professor der Physik nach Berlin und wurde 1887 auch Präsident der neu errichteten Physikalisch - Technischen - Reichsanstalt.

H. v. Helmholtz

Diese steile Karriere bis an die Spitze der damals weltweit führenden deutschen Wissenschaft verdankte er neben seinen medizinischen Arbeiten vor allem seinen physikalischen Ideen:
Theorie des Energieerhaltungssatzes, Energieumsetzungen bei chemischen Reaktionen, Theorie des Hörens, Theorie des Farbsehens, hydrodynamische Wirbeltheorie, Elektrophysik, Elektrodynamik (Kompromiss zwischen Fernwirkungstheorie und Feldtheorie).
Diese Arbeiten verlangten auch eine exakte Formulierung der aufgefundenen Gesetze und Resultate und lenkten Helmholtz auf die Theorie der partiellen Differentialgleichungen. Daneben fand er noch Zeit, sich mit meteorologischen (Fönwind) und geologischen Problemen (Gletscherbewegung) zu befassen. Schon in seiner Heidelberger Zeit begann sich Helmholtz auch der Erforschung der Grundlagen der Geometrie zuzuwenden. Der Ausgangspunkt dafür ist gewesen, dass er ein geometrisches Bild für seine Farbentheorie suchte, aber auch nach physiologischen und erkenntnistheoretischen Grundlagen unserer Raumvorstellung suchte. In einer Arbeit von 1868 “Ueber die Thatsachen, die die Geometrie zum Grunde liegen”, bemerkte er zum Zweck solcher Untersuchungen: “Wie viel von den Sätzen der Geometrie hat objektiv gültigen Sinn? Wie viel ist im Gegenteil nur Definition oder Folge von Definitionen, oder von der Form der Darstellung abhängig?” ...
Überlegungen führten ihn zu grundlegenden Aussagen darüber, was messbar ist, wie ein Maß in der Geometrie beschaffen sein muss und zur Anerkennung der nichteuklidischen Geometrie.

gestaltet von A. Jänichen, Leipzig, März/1999
(nach einem Artikel der Schülerzeitschrift Alpha)

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